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Meine Filmerfahrungen

Die folgenden Filme habe ich alle ausprobiert. Dies sind meine Erfahrungen.

Agfa

FilmMarkierung*Kommentar
CTx 200 CTX 200 Dieses „Auslaufmodell” (CTx wird ersetzt durch CT Precisa) hat eine neutrale Farbwiedergabe, aber auch ein deutlich sichtbares Korn.
CTprecisa 200 CTprecisa 200 Dieser CTx-Nachfolger unterscheidet sich kaum vom Vorgänger. Auch hier ist das Korn wieder deutlich sichtbar. Mir erscheint dieser Film etwas blaß und grünstichig.
RSX 50 RSX 50 Auch dieser Film weist einen Türkis-Stich auf (bei Entwicklung in einem anderen Labor), wenn auch nicht so heftig wie beim 200. Durch die niedrige Empfindlichkeit ist er sehr feinkörnig.
RSX 200 RSX 200 Vielleicht lag es auch an der Entwicklung, aber in den dunkeln Partien war ein deutlicher Türkis-Stich auszumachen. Die Körnigkeit ist wie bei ISO 200 üblich.

Fuji

FilmMarkierung*Kommentar
Sensia II 100/ Sensia 100 RA Mein Standard-Film, preiswert, farbneutral, feinkörnig, gut.
Fuji hat die Sensia-Filmreihe umbenannt. Die aktuellen Versionen heißen jetzt wieder einfach nur „Sensia”. Am 100er hat sich aber außer dem Namen nichts verändert.
New Sensia 100 RA Dies ist die neueste (dritte) Generation dieses Films. Die Filmtechnologie wurde vom Astia 100F abgeleitet. Das Korn ist deutlich feiner als beim Vorgänger. Die Farbsättigung ist (wie erwartet) mittel, der Kontrast eher niedrig. Mir erschien die Empfindlichkeit etwas höher als ISO 100. Die mit 1/3 Blendenstufen geringer belichteten Bilder sahen etwas weniger flau aus.
Durch den niedrigen Kontrast eignet sich der Film eher für kontrastreiche Motive. Der Film kann diesen Kontrast etwas abschwächen.
Seltsamerweise sieht der Film im Projektor absolut farbneutral aus, die Scans haben jedoch einen starken Magentastich. Man muß die Scans also kräftig nachbearbeiten.
Nachtrag: Mit einem anderen Scanner (Minolta Elite 5400) gibt es diesen Farbstich nicht.
Sensia 200 RM Die empfindlichere Version des Sensia 100, mit entsprechend gröberem Korn. Etwas kalte Farbbalance. Bei einem direkten Vergleich mit dem Kodak Elite 200 erscheint er deutlich schärfer und mit feinerem Korn als die Konkurrenz. Neuer Standard-200er für mich!
Sensia 400 RH Der „neue” Sensia 400 ist eine Amateur-Version des Provia 400F. Er weist das gleiche feine Korn auf wie der Provia. Im Ergebnis ist er praktisch nicht vom Provia zu unterscheiden, bei deutlich günstigerem Preis. Neuer Standard-400er!
Provia 100F RDP III Profifilm mit extrem feinem Korn für diese Empfindlichkeit. Die Farbsättigung und Balance ist „normal”.
Provia 400F RHP III Dieser Profifilm weist wirklich eine erstaunlich feine Körnung auf für diese Empfindlichkeit. Der Film ist zwar recht teuer, aber das Mittel der Wahl bei wenig Licht.
Astia 100F RAP100F Dies ist die Profiversion des New Sensia 100. Die Unterschiede zwischen den beiden Filmen ist minimalst bis nicht vorhanden. Auch der Scanner liefert praktisch die gleichen Ergebnisse. Wie beim Sensia sind Farbsättigung und Kontrast mittel bis niedrig. Das Korn ist extrem fein. Wer diese Eigenschaften sucht, kann sich auch den New Sensia 100 kaufen und so einiges Geld sparen.
Velvia 50 RVP Dieser Film ist für seine hohe Farbsättigung bekannt. Durch die niedrige Empfindlichkeit ist er auch sehr feinkörnig. Nicht nur die Farbsättigung, sondern entsprechend auch der Kontrast ist stärker als bei anderen Filmen. Das kann ein Problem werden, wenn die Kontraste im Motiv ohnehin schon groß sind. Die Ergebnisse werden dann meistens etwas besser, wenn man ihn etwas stärker belichtet (z.B. 1/3 Blende zugibt bzw. die Empfindlichkeit auf ISO 40 stellt).
Velvia 100F RVP100F Endlich brachte Fuji das, was sich viele Fotografen gewünscht haben: Einen Velvia mit 100er Empfindlichkeit. Das Ergebnis kann überzeugen. Die Farben sind weiterhin gesättigt und brilliant, bei weiterhin geringem Korn und hoher Auflösung. Die Grüntöne, die beim Velvia 50 manchmal ein Problem waren, sind beim neuen Velvia 100F deutlich neutraler. Auch bei Langzeitbelichtungen ist der neue Film genügsamer. Erst ab 1 Minute Belichtungszeit sind Korrekturen notwendig. Beim Velvia 50 waren Farbverschiebungen schon nach 10 Sekunden sichtbar. Der Velvia 100F ist der neue Film meiner Wahl, wenn hohe Farbsättigung gewünscht wird.
Neopan 100 Acros 100 ACROS Schwarzweißfilm mit hoher Auflösung und feinem Korn
Neopan 400 400-PR Feinkörniger Schwarzweißfilm, der trotzdem eine recht hohe Empfindlichkeit aufweist. Er läßt sich auch recht gut auf ISO 800 und 1600 pushen.

Ilford

FilmMarkierung*Kommentar
XP2 400 XP2 SUPER Ein Schwarzweiß-Film mit C41-Entwicklung. Man kann den Film überall dort entwickeln lassen, wo auch Negativ-Filme entwickelt werden. Die Abzüge sollten aber trotzdem auf Schwarzweiß-Papier erfolgen, auf Farb-Papier sehen sie einfach grauenhaft aus.

Tip: Index-Print bei der Entwicklung bestellen, und dann einzelne Bilder auf Schwarzweiß-Papier anfertigen lassen.

Wenn man den Film wie ISO 400 belichtet, dann ist das Korn ziemlich grob. Wie bei allen (farbigen) Negativfilmen kann man das Korn durch Überbelichten verringern. Eine Empfindlichkeitseinstellung von ISO 200 ist deshalb zu empfehlen.

Pan F Plus 50 PAN F PLUS Schwarzweißfilm mit niedriger Empfindlichkeit und feinem Korn. Dieser Film sieht fast genauso aus wie der Delta 100, nur daß letzterer eine ganze Stufe empfindlicher ist.
FP4 Plus 125 FP4 PLUS Ein Schwarzweiß-Film mit herkömmlicher Entwicklung.
HP5 Plus 400 HP5 PLUS Schwarzweiß-Film mit herkömmlicher Entwicklung. Der Film ist entsprechend seiner Empfindlichkeit und seines Technologiestands recht grobkörnig. Wer ein feineres Korn benötigt, sollte lieber einen Film der neueren Generation verwenden, z.B. den Delta 400.
Delta 100 100 DELTA PROFESSIONAL Ein Schwarzweißfilm mit sehr feinem Korn. Die Verwendung eines Feinkornentwicklers (z.B. Tetenal Ultrafin Plus) ist zu empfehlen.

Kodak

FilmMarkierung*Kommentar
Elite Chrome II 100 EB-2 Etwas wärmer als der Sensia 100, aber auch etwas körniger.
Elite Chrome II 100
Extra Colour
EBX Die Consumer-Version des E100VS. Er hat den gleichen blau/violett-Stich des E100VS, aber etwas schwächer, und auch die Nenn-Empfindlichkeit scheint besser getroffen zu sein. Die Farbsättigung und Schärfe sind ähnlich wie beim E100VS. Wegen des Farbstichs bleibt der Sensia weiter mein Standard-Film.
Elite Chrome 200 ED Ordentlicher Standard-Film. Gute Farbwiedergabe für diese Empfindlichkeit, mit etwas Tendenz zu Violett (typisch für Kodak).
Elite Chrome 160T ET160 Dieser Film ist auf Kunstlicht abgestimmt und deshalb nur etwas für besondere Anlässe. Ich habe ihn für Sachaufnahmen verwendet. Durch die Kunstlichtabstimmung kann man das Objekt mit mehreren Glüh- oder Halogenlampen ausleuchten, mit direkter Kontrolle des Ergebnisses. Bei der anschließenden Belichtung (ohne Blitz!) erhält man ein angenehm ausgeleuchtetes und trotzdem etwa farbrichtiges Bild. Die genaue Farbbalance der Bilder hängt natürlich auch von der Farbtemperatur der Lampen ab, ist aber in jedem Fall nicht so gelbstichig wie mit Tageslichtfilm. Das Korn ist deutlich sichtbar, aber das ist zu erwarten.
Ektachrome 100 HC   Ein recht „alter” Film, aber sehr preiswert. Farbneutral, vielleicht etwas blaß. Sehr körnig!
Ektachrome E100VS E100VS Ein Profi-Film mit entsprechendem Preis. Die Farbsättigung ist höher als in den anderen E100-Varianten, aber nicht so hoch wie beim Fuji Velvia. Der Film tendiert aber deutlich nach blau/violett, besonders in den Schatten. Außerdem kommt es mir so vor, als sei die tatsächliche Empfindlichkeit niedriger als 100. Fazit: Versuch's nochmal, Kodak!
Ektachrome E100S E100S Die gesättigte („saturated”) Version des E100. Wieder ein Profi-Film mit entsprechendem Preis. Mir kommen die Ergebnisse ziemlich unspektakulär vor. Der Preisunterschied schlägt sich jedenfalls nicht in besserer Schärfe und Farbsättigung nieder.
Ektachrome E100GX E100GX Eine verbesserte Version des E100SW, also eine Variante mit leicht warmer Farbbalance. Die Farbsättigung ist geringer als bei der direkten Konkurrenz (Fuji Provia 100F). Das Korn ist aber ebenso fein.
Ektachrome E100G E100G Wie erwartet hat dieser Film eine neutrale Farbbalance und ist ansonsten identisch mit dem E100GX.
Kodachrome 64 KR 64 Ein sehr feinkörniger Film, aber mit deutlichem Violett-Stich. An der Entwicklung kann's nicht gelegen haben, denn die wird bei Kodachrome immer von Kodak selbst durchgeführt.
Durch das besondere Entwicklungsverfahren (K-14 statt E-6) ist dieser Film recht teuer und aufwendig zu entwickeln.
T-Max 100 TMX Schwarzweiß-Film mit wenig Korn.

Weitere Filme

Demnächst werde ich noch folgende Filme ausprobieren:
Ilford Delta 400
Schwarzweißfilm mit feinem Korn

Fazit

Meine derzeitigen Favoriten:

ISO 50: Fuji Velvia
ISO 100: Fuji New Sensia 100, Fuji Provia 100F, Fuji Velvia 100F
ISO 200: Fuji Sensia 200
ISO 400: Fuji Sensia 400
Schwarzweiß: Ilford Delta 100


*) Markierung: Dieser Text ist ab Werk in der Perforation des Filmstreifens einbelichtet, und nach der Entwicklung kann man damit einen Film wieder eindeutig identifizieren.

Readers' comments

#1: Comment posted by hans on May 27, 2008 - 03:03:09 PM:
hallo,
wie kann ich bei Ihrer Erfahrung mit den Filmen herausfinden welcher Film ein CN-Film ist?
Dia-Filme werden meistens mit -chrome bezeichnet, auch weiss ich, dass Fuji Neopan oder Kodak T-Max oder die Ilfords SW-filme sind, bei Fuji und Agfa bin ich mir aber nicht sicher.
Gruß
hans
Michael Hohner answers:
Die obigen Tabellen enthalten keine Color-Negativfilme, sondern ausschließlich Color-Diafilme und SW-Negativfilme. Color-Negativfilme habe ich nie verwendet.
#2: Comment posted by Finn on August 29, 2008 - 09:06:39 AM:
Hallo,
erst mal ein Kompliment für diese übersichtliche und informative Seite. In Zeiten der (95%) Digitalfotografie besonders ungewöhnlich und deshalb besonders interessant. Habe bisher ähnliche Erfahrungen in meinen Zeiten der Analogfotografie gemacht. Nun ist mir jedoch das "Filmkaufen" sowie anschließende Einscannen mit Nikon Scanner LS40ED zu zeitaufwendig mit weiterer Nachbearbeitung in Photoshop zu Zeitaufwendig. Weiterhin habe ich die Erfahrung gemachtm, dass o.g. diafilme nach dem Einscannen körniger und schwieriger nachzubearbeiten sind als im Workflow mit digital aufgenommene RAW-Fotos (Dateien), in meinem Fall Nikon NEF RAW Dateien mit Nikon D70. Wie ist da Ihre Erfahrung was Qualität und Weiterverarbeitung bzw. Zeitaufwand angeht im Vergleich zwischen den analogen Filmen und Digitalfotos (bei Ihnen wohl mit Sony Alpha)? Analog dennoch weiter zu empfehlen? Denke insbesondere an Landschafts-/Architekturfotografie sowie People (Hauttöne)....mit Fuji Velvia 100...?

Würde mich sehr über Ihre eigenen Erfahrungen bzw. Meinung freuen. Danke und Grüße, Finn
Michael Hohner answers:
Der Workflow mit rein digitalen Geräten ist natürlich wesentlich einfacher. Ich sehe auch keinen besonderen Vorteil von Film in den genannten Genres (gleiches Format vorausgesetzt). Solange die Kamera die Sensordaten bei der JPEG-Konvertierung nicht schon unrettbar vermurkst hat, wird man digital zu den gleichen Ergebnissen kommen. Vor allem wenn man mit RAW-Dateien arbeitet, kann man durch geeignete Einstellungen bei der Konvertierung den gleichen "Look" eines bestimmten Filmtyps erreichen, wenn man das denn unbedingt will.
#3: Comment posted by peter on January 23, 2010 - 09:48:25 PM:
Schöne Zusammenstellung! Ich denke dennoch, dass es zu nichts führt, hier über Sinn und Unsinn von Film zu diskutieren. Jeder mag etwas anderes, und analog wie digital lassen sich sehr gute Aufnahmen erzeugen. Meine persönliche Motivation "pro Film" liegt in der eigenen Dunkelkammer. Die handwerkliche Verarbeitung macht einfach Spaß und führt zu sehr hochwertigen Ergebnissen, ohne auf Fotolabors zur Bildausgabe angewiesen zu sein. Tintenausdrucke zählen meiner Meinung nach nicht zu den hochwertigen, dauerhaften Ergebnissen (man nehme zum Vergleich eine Lupe...)
#4: Comment posted by longtom76 on June 11, 2012 - 02:18:05 PM:
Hallo Michael,

bin gerade dabei meine analoge SLR wieder einmal abzustauben und da kommt mir deine Übersicht sehr gelegen. Herzlichen Dank.
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